Schaffenskrise?

Schaffenskrise?

Ich sitze vor meinem kleinen roten Notizbuch und schaue mir die ganzen Notizen an, die ich für meinen neuen Fantasy Roman bereits gesammelt habe. Tag für Tag. Ab und zu kommen neue Ideen und Charaktere hinzu. Ab und zu verschwinden wieder welche. Ich grübele und grübele, ohne ein Wort für den eigentlichen Roman zu schreiben. Dabei überlege ich, was ich bei Phön falsch gemacht habe und versuche jetzt “alles richtig zu machen”. Bei diesem Gedanken fällt mir ein: Ich hatte doch mal eine andere Idee für ein Buch: “Wieder mal alles richtig gemacht” (Arbeitstitel). Kein Fantasy! Purer Nonsens! Erzählungen aus dem Leben!

Und da fällt mir auch auf, was ich bei Phön falsch gemacht hatte: Ich hatte 1. krampfhaft versucht witzig zu sein, was sich aber nicht so richtig in die eigentlich doch ernste Thematik meiner Welt integrieren ließ. Und 2. war die Story so komplex, dass eigentlich keiner außer mir verstanden hat, was ich der Welt mit diesem Buch mitteilen wollte. Schade. Aber man lernt nie aus! Da schaue ich wieder auf mein Notizbuch und bemerke, dass ich das Gleiche jetzt wieder mache. Ich würde zudem wieder ein Jahr damit verbringen weiter zu recherchieren und diese neue Welt vollends aufzubauen (Manche machen das in 7 Tagen, aber ich schaff das nicht) – Also erst mal in die Schublade mit dem kleinen roten Notizbuch!

Wieso fanden die Leute, mit denen ich redete und die die mir schrieben, meinen Blog so lustig und lesenswert? Und die Antworten auf Nachfrage deckten sich: Der trockene und unverstellte Humor, den ich selbst beim Schreiben gar nicht mehr bemerke. In meinem Blog erzählte ich einfach über mich und absurde Situationen. Ohne groß nachzudenken. Das geht mit Fantasy nicht! Ich landete in einer Art Schaffenskrise…

Ich will Schreiben, aber WAS denn jetzt? Wenn ich kein Fantasy schreibe, gebe ich dann auf? Breche ich mit meiner Identität als Autor? Und da musste ich innerlich grinsen: Welche Identität? Ich verkaufe 3 Bücher im Jahr! Es kann also nur besser werden! Und umdenken ist nicht gleich aufgeben.

Einfach mal loslegen

Irgendwann Mitte Oktober schrieb ich einfach mal los – kein Fantasy – einfach “nur” eine Erzählung aus dem Leben. Und ich hab mich beim Schreiben der ersten Sätze schon fast bepinkelt (ja, ich find’ mich selber auch manchmal recht witzig. Sorry!). Ich zwänge mich dabei in kein Korsett meiner eigenen Regeln mehr (Alles in einem High Fantasy Roman muss zusammenpassen, sonst heißt es “Thema verfehlt”. Der Fantasy Markt ist so überschwemmt, dass die Leser WIRKLICH kritisch sind). Die echte Welt ist witzig genug und ich glaube es lohnt sich, zu versuchen, eine Geschichte zu schreiben mit der man sich identifizieren kann. Ich bin gespannt wie es läuft und ich hoffe der ein oder andere Blog-Leser ist es auch.

Wieder mal alles richtig gemacht!

Zitat: Sascha Vöhringer

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