Selfpublishing – In den heiligen Hallen von Umbreit

Selfpublishing – In den heiligen Hallen von Umbreit

“Was ist Umbreit?”, fragt ihr euch vielleicht. Umbreit ist eines von drei Barsortimenten in Deutschland. “Und was ist ein Barsortiment?” – Ein Barsortiment hat nichts mit der Ausstattung einer Bar zu tun, sondern ist ein Zwischenbuchhändler. Diese Unternehmen beziehen Bücher von Verlagen und verticken sie weiter an die Buchhändler. Buchhändler können also bei den Barsortimenten Bücher anfragen und bestellen. Barsortimente sind also extrem wichtig, wenn es um den vertrieb von Büchern geht.

So weit so gut, aber was wollte ich bei Umbreit?

Am Donnerstag fand dort das erste Treffen des Selfpublisher-Verbands statt. In Zusammenarbeit mit dem Buchhandel, BoD, ePubli und eben Umbreit.

BoD und ePubli sind Plattformen, die Autoren dabei helfen ihre Bücher selbst zu veröffentlichen. Sie übernehmen die Listungen bei Barsortimenten und binden dein Buch an die relevanten Vertriebskanäle wie Thalia, Amazon und Co an. Anders als bei Verlagen ist der Autor aber an keinerlei Verträge gebunden. Er ist aber auch selbst für die Vermarktung zuständig. Der Selfpublisher-Verband ist eine Organisation die Autoren bei ihrer Arbeit im Selbstverlag zur Seite steht. Zudem betreiben sie Aufklärungsarbeit im Buchhandel.

Da ich auch mitten in einem neuen Buchprojekt stecke, beschloss ich, an dem Treffen teilzunehmen. Und wurde nicht enttäuscht.

Diskussionsrunde mit Dieter Keilbach (Umbreit) und Vertretern von BoD und ePubli

Ich lernte viel über den Selbstverlag und wie er sich in den letzten Jahren verändert hat. Wohlgemerkt verlegte ich Phön auch schon selbst, aber 2013 waren die Möglichkeiten noch viel “bescheidener” als heute. Ich bin mit meinem ersten Roman deshalb bisher nur auf Amazon gelistet. Dass aber der lokale Buchhandel noch immer den meisten Umsatz auf dem Buchmarkt generiert, überraschte mich. Jeder der seine Bücher selbst verlegen möchte, sollte also darauf achten, bei den Barsortimenten gelistet zu sein. Sodass die Buchhändler die Bücher auch finden können, falls eine Nachfrage generiert wird. Eine Listung bei Amazon ist somit zwar ein guter Start, aber der Buchhändler von nebenan wird nicht an dein Werk kommen. AHA!

Aufstrebende Selbstverleger

Der Selbstverlag tritt so langsam aus seiner Nische hervor. Früher waren Bücher die im Selbstverlag erschienen sind noch als Minderwertig verschrien. Doch der Buchhandel bekommt so langsam Wind davon, dass sich Autoren immer mehr Mühe geben und sogar Geld für ein richtiges Lektorat und Korrektorat ausgeben. Genau das was “echte” Verlage auch tun würden. Nur tun sich genau die mittlerweile schwer damit, die echten Perlen aus hunderten täglich eingesandten Manuskripten auszuwählen.

Was ist also besser für einen Autor, als sein Werk einfach ohne den Umweg über einen Verlag zu veröffentlichen? So kommt die scheinbare Perle direkt auf den Markt. Und somit entscheiden nur noch die Leser darüber, ob das Buch erfolgreich wird oder nicht. Und keine einzelne Person im Büro eines großen Verlagshauses.

Wie aber schon erwähnt: Es steht im Selbstverlag dann auch niemand hinter dem Autor, der das Marketing vorantreibt! Das muss man eben alles selbst machen. Das ist verdammt nochmal nicht leicht, wie ich schon selbst erfahren musste.

Vorbilder im Selfpublishing

Natürlich waren auch einige Autoren dabei, die es “geschafft” haben. Sie haben ihre Bücher selbst verlegt und können mittlerweile davon leben. Dazu gehört der Krimi-Autor Martin Krist und die Urban-Fantasy-Autorin Felicity Green. Schaut doch mal bei denen vorbei, wenn euch eines der beiden Genres interessiert.

Was mich angeht: Ich habe viel gelernt und konnte mich mit anderen Autoren austauschen, die ähnliche Probleme hatten (und haben) wie ich. Falls ihr auch Autor seid, meldet euch doch bei mir. Ich freue mich immer über Austausch und kann mittlerweile auch schon einige Erfahrungswerte weitergeben. Meine E-Mail findet ihr im Impressum.

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