Die Summe aller Dinge

Die Summe aller Dinge

Jetzt sitzen wir tatsächlich hier im Hotel in San Jose und warten, dass uns das Flughafenshuttle abholt. Wie krass ist das denn? Die Zeit verflog am Ende nur noch so.

Wir genossen jede Minute unserer bisher größten Reise. Wir haben unglaublich viel gelernt: über andere Länder, andere Sitten und Leute und natürlich über uns selbst. Und das ist es, was das Reisen ausmacht…

You may say I’m a dreamer, but I’m not the only one. I hope someday you’ll join us and the world will live as one.

John Lennon

Chillout in Bocas del Toro

Unser letzter Stop in Bocas del Toro war ein krönender Abschluss. Nicht zuletzt wegen Marco, unserem Hostel-Daddy und seinem wirklich bezaubernden Bed n’ Breakfast Barrbra. Wir fühlten uns dort, in dem kleinen Häuschen direkt am Meer, wie zuhause. Wir verließen das Hostel auch wirklich nur wenn es unbedingt nötig war. Zum Beispiel um Essen oder Bier zu kaufen. Ansonsten lagen wir am Steg, ließen unsere Reise Revue passieren und schauten den Fischen zu (Einer heißt Klaus und ist etwas zurückgeblieben). Ab und zu kamen Tintenfische vorbei und ärgerten Klaus, tinteten sich aber ein, wenn es brenzlig wurde.

Unser Hostel in Bocas
Mit tollen Leuten

Einen kleinen Inseltrip um Bocas unternahmen wir dann aber doch. Zudem paddelten wir abends mit dem Kayak in die Mangrovenwälder und zum Sonnenuntergang aufs Meer hinaus. Wir sahen dabei Delfine, Affen, Faultiere, viele viele Seesterne und anderes Getier.

Unsere “Abschlussparty” am berühmten Filthy Friday war ebenso ein voller Erfolg. Der “dreckige Freitag” ist eine Art Ein-Tages-Festival auf verschiedenen Inseln direkt am Wasser mit DJs und jeder Menge Spaß 🙂

Durch grüne Oasen…
… an atemberaubende Strände
Neue tierische Freunde…
… noch einer…
… NOCH einer…
… und neue menschliche Freunde am Filthy Friday
Abschlussfahrt durch die Mangroven

Der letzte Reisetag

Weniger toll war die Abreise aus Bocas und der Trip nach San Jose. Schon als wir morgens um 6 von einem Tropensturm mit grollendem Donner und Blitzgewittern geweckt wurden, hatten wir das Gefühl, dass dieser Reisetag nicht sehr angenehm wird. Unser Boot sollte die Insel um 8 Uhr verlassen, jedoch regnete und gewitterte es so stark, dass wir keinen Fuß vor das Hostel setzen wollten. Zudem streikten obendrauf die Taxifahrer, was für uns einen 30 Minuten Fußmarsch durch überflutete Straßen bedeuten würde. Also warteten wir und wollten eigentlich das Boot umbuchen, bis uns Marco mitteilte, dass wir nicht warten sollten, da sich der Streik später noch ausweiten könnte. Da wir wegen unserem Flug unbedingt noch am selben Tag nach San Jose mussten, hieß es also doch: alle trockenen Sachen in Tüten packen und raus auf die Straße, die sich mittlerweile in einen einzigen Bach verwandelt hatte. Ine legte sich einmal so richtig breitlings in eine Pfütze und sah mit ihrem Rucksack aus wie ein hilfloser Käfer (wohlgemerkt nur mit Unterhose und Regenponcho bekleidet). Aber wir schafften es trotzdem durch die Fluten weiter zu waten und rechtzeitig am Dock anzukommen. Nass bis auf die Knochen…

Nach dem ersten Marsch

Auch auf dem Boot wurde es nicht trockener. Das Meer schwappte über und erwischte unsere Rucksäcke, in denen jetzt wirklich nichts mehr trocken ist. Angekommen in Almirante an einem schäbigen Bootsanleger sollte eigentlich ein Bus auf uns warten, es war aber keiner da. Nach einigen Minuten liefen wir wieder abwechselnd durch den Regen um irgendeinen Kerl namens Mr.Richards zu suchen. Tatsächlich fanden wir ihn und seinen Bus etwas weiter abseits und stiegen endlich ins Trockene. Irgendwie bekamen wir es hin im feuchten Bus trockene Sachen anzuziehen, sonst wären wir jetzt krank. Die Klima lief natürlich auf 100 Prozent!

Nach ein paar Kilometern Richtung Grenze Panama\Costa Rica ging plötzlich nichts mehr voran. Entweder der Sturm hatte Bäume umgesäbelt oder es gab einen Unfall oder der Sturm hat Bäume umgesäbelt die einen Unfall verursachten. Jedenfalls war hier Ende und der Fahrer drehte nach einer Stunde warten um. Ohne ein Wort zu sagen, natürlich. Als wir wieder am Startpunkt ankamen bog der Fahrer plötzlich in den Dschungel ab. Ahaaa…. Eine weitere Straße. Wohl nur für Allrad-Jeeps geeignet, aber versuchen wir’s doch mal mit dem klapprigen Minibus. Nach einer Stunde und einigen Manövern durch Flüsse, die über die Ufer getreten waren, kamen wir tatsächlich an der Grenze zu Costa Rica an, machten die Immigration und konnten in den letzten stickigen Bus nach San Jose steigen. Wahnsinn 🙂 Wir freuen uns mittlerweile echt wieder auf Zuhause und ich verspreche, nie wieder über die Deutsche Bahn zu schimpfen. Obwohl… Die Hitzewelle steht vor der Tür und somit auch wieder heimische Tropenstürme, die die Bahnschienen zerstören?!

Über den Grenzfluss ging es zu Fuß

This is it…

275 Tage, 13 Länder, über 60.000 km, über 110 verschiedene Unterkünfte an ca. 100 unterschiedlichen Orten. Unzählige Stunden in Bussen und Flugzeugen. Unendlich viele neue Eindrücke und dutzende neue Freunde. Das ist die Kurzzusammenfassung unserer Reise. Und sehr viel mehr bleibt mir jetzt auch nicht mehr zu berichten… Das war’s.

Wir freuen uns riesig, dass so viele Leute den Blog gelesen haben. Sich mit uns gefreut und mit uns gelitten haben 🙂 Mit Sicherheit werden wir die Meisten von euch privat treffen und natürlich erzählen wir sehr gerne von allem was wir erlebt haben. Stellt einfach ein Bier kalt und wir sind zur Stelle! Nur bitte stellt uns nicht jene Frage auf die kein Traveller eine Antwort weiß: “Und… wie war’s?“. Denn was soll man denn bitte darauf antworten, nach einer solch langen Zeit?! “Haja, gut war’s!”

Deutschland, wir kommen!
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