Oh wie schön ist Panama

Oh wie schön ist Panama

“Panama”, sagte der kleine Bär, “ist unser Traumland, denn Panama riecht von oben bis unten nach Bananen. Nicht wahr, Tiger?”

Janosch, “Oh wie schön ist Panama”

Panama stand nie auf unserem Plan. Aber “das Boot” hat uns nun mal hier abgeladen. Also beschlossen wir, dass wir uns Panama mal genauer anschauen. Zudem haben wir unseren Heimflug ab San José in Costa Rica gebucht und müssen das Land somit sowieso durchqueren. Und JA, der Heimflug ist gebucht und in knapp einer Woche werden wir schon wieder auf heimischem Boden sein. Ein komisches Gefühl aber kein schlechtes, denn wir freuen uns auf Zuhause.

Panamá city

“Wenn etwas nicht nach Bananen riecht, dann ist es Panama City”, sagte der kleine Bär und rümpfte die Nase.

Nicht Janosch

Die Stadt ist auf der einen Seite sehr modern, das Straßennetz ist gut ausgebaut, sie ist recht grün, liegt direkt am Meer, wirkt sicher und die Skyline ist fantastisch. Auf der anderen Seite ist Panama City selbst irgendwie überhaupt nicht sehenswert, die Leute legen eine gewisse “kein Bock Einstellung” an den Tag und man weiß nie so recht, auf welche Stadtteile die scheinbare Sicherheit wirklich zutrifft.

Wolkenkratzerpanorama in Panama City
Ganz groß: Die Lotterie 🙂
Stay Happy – am Pfingstwochenende

Die teuerste Abkürzung der Welt

Die größte Sehenswürdigkeit von Panama City ist der Panamakanal. Jener Wasserweg, der Panama komplett durchzieht und dem Land einen gewissen Wohlstand beschert. Die Durchquerung des Kanals stellt für Handelsschiffe die einzige Möglichkeit dar, auf die andere Seite des amerikanischen Kontinents zu gelangen, ohne komplett drumherum zu fahren. Erst 2016 wurde der Kanal sogar erweitert.

Eine Durchquerung lässt sich Panama natürlich kosten 🙂 Die teuerste Transitgebühr zahlte ein japanischer Riesenfrachter mit 829.468 US-Dollar. Im Durchschnitt kostet ein Transit pro Schiff 200.000 – 300.000 US-Dollar.

Der Kanal ist aber nicht nur ein künstlicher Fluss, der vom pazifischen zum atlantischen Ozean gegraben wurde. Vielmehr ist der Kanal ein Wunderwerk der Technik und Ingenieurskunst. Der interozeanische Wasserweg funktioniert mittels mehrerer Schleusensysteme. Diese fungieren als Wasseraufzüge, um die Schiffe von Meereshöhe bis auf Höhe des Gatún Sees zu heben (26m über Null). Folglich durchqueren die Schiffe das Kettengebirge durch den See, um am Ende durch weitere Schleusen wieder auf Meeresspiegelhöhe abgesenkt zu werden.

In Panama City kann man die Miraflores-Schleusen besichtigen. Riesige Güterschiffe werden von kleinen Lokomotiven zentimetergenau in die Schleusen gezogen. Je nachdem von wo die Schiffe kommen, werden sie mittels der ausgeklügelten Wassersysteme auf oder abgesenkt, von den Lokomotiven abgekoppelt und setzen ihren Weg fort.

Miraflores-Schleusen
Ankommender Tanker, noch auf Höhe des Gatún Sees. Man beachte die kleinen Lokomotiven an den Seiten
Abgesenkter Tanker

Sackgasse Santa Catalina

“Nochmal ein bisschen surfen, das wäre toll”, jubelte der kleine Bär, “und vielleicht riecht es in Santa Catalina ja nach Bananen. Was meinst du, Tiger?”

Auch nicht Janosch

In Santa Catalina sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. So ziemlich alles hat geschlossen und die Stadt liegt in einem Dornröschenschlaf. Es ist absolute OFF-season. Dabei ist das Wetter gar nicht so mies und die Wellen sind ideal zum surfen. Naja, immerhin hatten wir ein paar ruhige Tage und ich habe es zum ersten Mal geschafft, wirklich auf dem Brett zu stehen. Also hat es sich ja gelohnt 🙂

Nur hatten wir Schwierigkeiten wieder aus dem Ort rauszukommen, da fast keine Busse fahren. Ein Einheimischer der hier irgendwie alles managed besorgte uns mittels Connections aber dann doch einen Minivan nach Boquete.

Das Hostel: ausgestorben (Bis auf den Mitarbeiter, der im leeren Pool chillt)
Strand: menschenleer
Fisch: gibt’s trotzdem frisch
Freundliche Krebse: Wohnen in kleinen Muscheln
Ich: Stehe endlich auf dem Brett!! (Und ja, das Wasser ist brutal dreckig)

Ein letztes Mal im Wolkenwald

“Schon wieder Dschungel?”, maulte der kleine Bär. “Ja, der soll in Panama doch so zauberschön sein. Und vielleicht riecht es dort endlich nach Bananen”, erwiderte der kleine Tiger.

Schon gar nicht Janosch

Ja, endlich riecht es nach Bananen. Boquete ist die Obst- und Gemüseregion Panamas. Hier wächst wirklich alles, das ganze Jahr über. Wir hatten ein wunderbares Hostel im Grünen mit Blick auf den Wolkenwald (Wolkenwald nennt man jene Regionen in den Höhenlagen überhalb des Regenwalds).

Auch einen letzten Hike durch den Dschungel namen wir in Angriff. Wir liefen einmal komplett am Fuße des Vulkans Baru entlang von Boquete in das Dörfchen Cerro Punta. Die Wanderung dauerte 7 Stunden und das Problem war, dass wir am Ende ewig weit von unserem Hostel entfernt waren. Nochmal 7 Stunden zurücklaufen war keine Option 🙂

Während dies in Asien oder Südamerika normalerweise gar kein Problem ist und es immer jemanden gibt, der einen Bruder hat, der einen kennt, der einen mit dem Minivan egal wo hin fährt, herrscht hier in Panama die recht deutsche Einstellung: “Da vorne kommt vielleicht 3 Mal am Tag ein Bus vorbei. Wartet da mal!” Aber bei unserem Glück kam tatsächlich 2 Minuten später der Bus. Also kein Grund zu meckern.

Eines muss man den Busfahrern in Panama aber lassen: man hat bisher nicht einmal versucht, uns mit dem Preis zu bescheißen! Das kann bislang noch kein Land von sich behaupten 🙂 Und wo wir gerade von Bussen reden: Panama schafft es wie viele seiner Nachbarländer auch, die klimatischen Bedingungen in Bussen an die Arktis anzugleichen. Man sieht Kinder, die bei 30 Grad Außentemperatur mit Wollmütze und Strickpulli in den Bus einsteigen. Zudem dudelt die ganze Zeit über Volksmusik (Mit ganz viel Akkordeon) in ohrenbetäubender Lautstärke. Wieso?!

Über stabile Brücken in den Wald
Über nicht vorhandene Brücken über den Fluss
Schafe grasen im Dschungel
Wie ein Märchenwald, nur mit mehr Moskitos

Auf nach Bocas del Toro

“Ist das wirklich die letzte große Station auf unserer Reise?”, fragte der kleine Tiger. “Ja Tiger, aber wir haben doch schon so viel gesehen, mein Hirn platzt fast”, erwiderte der kleine Bär. “Ja Bär, heben wir uns den Rest der Welt für die nächste Reise auf! Wenn man einen ganzen Kuchen auf einmal isst, bekommt man ja auch Bauchweh!”

Sash
Auf geht’s zur letzten Station der Reise (Mütze, Wollsocken und Ohropax nicht vergessen!)
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