Oasen, Aliens und Pinguine

Oasen, Aliens und Pinguine

Wenn mir jemand gesagt hätte, was Südamerika außerhalb des Amazonas für ein dörres Ödland ist, ich hätte es nicht geglaubt. Sobald man glaubt eine Wüstenregion hinter sich zu lassen, kommt schon die nächste, noch trockenere Wüste. Wahnsinn 🙂

Aktuell glauben wir jedoch, WIRKLICH die letzte Wüste gesehen zu haben. Denn wir verlassen in diesem Moment Paracas und sind auf dem Weg nach Lima, Perus Hauptstadt, von wo aus es nach Kolumbien geht.

Fun Fact: wir haben gerade eine Person aus dem Bus in einer Inka Ruine verloren.

Cusco – Arequipa (A) – Nazca (B) – Huacachina (C) – Paracas (D, hinter dem Auto-Symbol) – Lima (E)

Die weiße Stadt

Einst komplett aus weißem Vulkangestein “Sillar” erbaut, ist Arequipa auch heute noch eine wunderschöne Stadt.

Eine der skurrilsten Sehenswürdigkeiten ist ein totes Inka-Mädchen in einem Gefrierschrank. Sie wurde zur Zeit der Inkas auserwählt den Göttern als Opfer dargebracht zu werden. Das bedeutet, dass sie tausende von Kilometern in Sandalen auf einen 6000 Meter hohen Vulkan wanderte, von ihrem Gefolge mit Drogen betäubt und dann erschlagen wurde. Durch Dehydrierung und Gefriertrocknung wurde ihr Körper von der Natur konserviert, um auch heute noch fast intakt bewundert (aber nicht fotografiert) werden zu können.

Vor dem Museum, in dem “Juanita” liegt

Wir wanderten weder auf einen 6000er, noch führten wir rituelle Opfer durch. Wir genossen einfach ein paar faule Tage in unserem fancy eingerichteten Hostel (mit Baumhaus). Auch schön.

Selina Hostel: Baumhäuser und Pool, aber kein Besteck in der Küche
Arequipa

Außerirdische in Nazca

Noch bevor die Aliens den Inka beim Erbauen von Machu Picchu geholfen haben, gingen sie den Nazca dabei zur Hand, riesige Linien und Figuren in die karge Steinlandschaft der Nazca-Ebene zu zeichnen. So ungefähr vor 2000 Jahren (so genau weiß das keiner) kam also der Alien-Lord “Brahgkl” auf die Erde, versklavte alle Bewohner des Volkes der Nazca und gab ihnen die Fähigkeit Laser aus ihren Augen zu schießen. Mit diesen Lasern waren die Nazca dazu in der Lage, kilometerweit kerzengerade Linien in den Boden zu fräsen. Diese Linien symbolisieren eine Art Straßenkarte für unser Sonnensystem mit populären Flugrouten für UFOs. Da die Linien so riesig sind und man sie gut von oben sehen kann, besteht nun für alle UFO-Führer nicht mehr die Notwendigkeit eigene Karten mitzuführen. Die lustigen Figuren zwischen den Linien entstanden nach der Entmachtung des Alien-Lords und gedenken dem großen Affen, dem Riesen-Kolibri und all den anderen meterhohen Tieren, die den Nazca im unausweichlichen Krieg gegen “Brahgkls” Gefolge zur Seite standen.

Natürlich ist das alles völliger Unsinn, aber bei all den wirren Theorien über die Nazca-Linien, finde ich meine am logischsten. Fakt ist: die Linien kann man nur von oben sehen und ihr Ursprung ist ein Rätsel. Also stiegen wir in eine kleine wacklige Cessna und schauten uns das Spektakel mal an. Das Gebiet versprüht schon an sich einfach eine geheimnisvolle Aura, aber aus der Luft ist es noch viel unglaublicher. Und ja, falls man es zuvor noch nicht tat, fängt man wirklich an, an Außerirdische zu glauben.

Unsere Cessna
Großer Affe
Die Spinne
Der Astronaut… In den Berg gekratzt vor 2000 Jahren… Also offensichtlicher geht’s ja wohl nicht.
Roger, wir sind startklar

Lustig ist, dass mir jetzt niemand mehr was glaubt, egal was ich schreibe…

Die Oase

Aus Film und Fernsehen kennt man es: stranden die Protagonisten in der Wüste, so kommt irgendwann der Moment in dem sie eine rettende Oase finden… oder einer Fatamorgana auf den Leim gehen. Huacachina ist tatsächlich eine echte Oase und dass so eine Stadt wirklich existiert, hätten wir nicht für möglich gehalten. Eine natürliche Quelle brachte den See in mitten der Wüste hervor und Pflanzen begannen rings herum zu wachsen. Da denkt man sich doch gleich: “Zeit, einen Kurort hier her zu bauen und die Touristen mit Sandbuggies in halsbrecherischem Tempo über die Dünen zu fahren. Die höchsten Dünen könnte man auch mit Sandboards runter rutschen” (Wir reden von ca. 50-100 Meter hohen, RICHTIG steilen Dünen – mal wieder ein bisschen Adrenalin!).

Unsere Oase
Mit dem Achterbahn-Buggy auf die Dünen
Profi-Sandboarder

Pinguine im Urlaub

Auch Pinguine brauchen Urlaub. Deshalb hat die peruanische Regierung eine Ferieninsel für sie errichtet… hat sie natürlich nicht! Die Pinguine kommen den ganzen Weg aus der Antarktis bis hierher, da der Humboldt Strom an der Küste Perus vorbei fließt. Die kalten Strömungen und der Fischreichtum der Islas Ballestas locken die Tiere an. Die Islas Ballestas gelten wegen der Artenvielfalt auch als Galapagos für Arme. Wir hatten also nochmal die Gelegenheit unsere alten Freunde aus dem Süden zu sehen 🙂

Hafen in Paracas
Hallo Leute!
Auch Pelikane halten die Stellung
Und Seelöwen 🙂
Islas Ballestas
Die Kommentare sind geschlossen.