Der Nabel der Welt

Der Nabel der Welt

Perfekt zum Auftakt der heiligen Woche vor Ostern, der “semana santa”, kamen wir in Cusco an. Cusco war das Herz des Inka-Reiches und galt damals für sein Volk als der Nabel der Welt. In seiner Blütezeit um ca. 1530 erstreckte sich das Reich der Inka von Equador über Peru und Bolivien bis nach Chile hinein.

Marktplatz von Cusco
Vor der Kathedrale
Freundliche Menschen findet man überall in Peru
Blick vom Sonnentempel auf die Stadt

In und um Cusco wimmelt es von beeindruckenden Ruinenstätten, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Die Baukunst der Inkas gibt uns Rätsel auf, denn wenn man die akkurat geschliffenen Steine betrachtet, scheinen sie wie mit dem Messer aus dem harten Fels geschnitten. Auf den Millimeter genau ohne Mörtel und Zement wurden sie zu monumentalen Bauten zusammengesetzt. Ganze Abwässer- und Brunnensysteme ritzten die Inka für ihre Städte in Granit. Und dabei kannten sie nicht einmal Eisen, geschweigedenn hatten sie irgendwelche Maschinen oder Kräne… Natürlich glauben einige, dass Außerirdische ihnen zur Hand gegangen sein mussten (wir warten noch auf Beweise).

Es folgen Bilder von Mauern und Steinen…

Die Steine sind perfekt wie bei einem Puzzle aneinander angepasst.
Man kann nur Theorien aufstellen, wie die Inka perfekte Löcher in die Steine bohren konnten
Perfekt geschnittene Steine und perfekte Mauer. Zwischen die Steine passt nicht einmal ein Papier

Aber auch neben der reichen Inka-Kultur ist Cusco eine faszinierende Stadt. Eigentlich stockkonservativ katholisch, auf der anderen Seite aber weltoffen, mit einem pulsierenden Nachtleben und freundlichen Menschen. Ständig und auch außerhalb der heiligen Woche finden Paraden und Umzüge statt, um irgendjemandem (heiligen) zu huldigen. Und natürlich ist Cusco der Ausgangspunkt zu Machu Picchu!

Auch unsere Reise zum Heiligen Berg der Inka begann dort. Machu Picchu ist tatsächlich nur mit dem Zug oder zu Fuß zu erreichen und egal wie man es dreht und wendet… Auf eigene Faust einfach hinmarschieren funktioniert nicht. Täglich besuchen tausende Menschen Machu Picchu, die Inka-Trail Touren sind Monate vorher ausgebucht, die Alternativ-Trekks gnadenlos überlaufen. Anfahrt und Tickets sind für peruanische Verhältnisse signifikant überteuert und lassen einen tief schlucken… Aber was ist ein Peru-Besuch ohne Machu Picchu?! Ja, das denkt sich leider jeder!

Auf geht’s
Der Inca Train wartet schon

Also buchten wir uns eines der letzten Zugtickets nach Aguas Calientes, oder neu: Machu Picchu pueblo. Dort verbrachten wir eine Nacht, um am nächsten Tag sofort zum Sonnenaufgang an der Tempelstadt zu sein. Wie vermutet waren wir nicht alleine 🙂 Und so stürmten wir pünktlich um 6 Uhr mit hunderten anderen Touristen ein. Wir sahen… Nichts… Nur dicken, dichten Nebel, der sich über die sagenumwobene Stadt legte wie ein Tuch. Wir hatten uns natürlich den ganzen Tag Zeit genommen, also wurde die Sache ausgesessen! Und siehe da: nach ungefähr zwei Stunden riss der Nebel auf, Machu Picchu lag vor uns und ließ uns trotz der vielen anderen Leute in Ehrfurcht erstarren. Wie zum Teufel konnten die Inkas eine derartige Stadt auf diesem abgelegenen Berg errichten? Architektonisch perfekt, ohne Mörtel, erdbebenssicher und wunderschön.

Und langsam…
… vertreiben wir …
… den Nebel.
Der Sonnenstein zeigt die Jahreszeiten an
Der landwirtschaftliche Bereich der Stadt

Am gleichen Tag noch ging es zurück nach Cusco… Wie schon gesagt, sind wir direkt in der “semana santa” gelandet. Wir wussten auch, dass am Montag vor Ostern eine größere Prozession stattfindet… Aber was sich hier abspielte war ein regelrechter Volksauflauf. Ganz Cusco und Umgebung traf sich in der Innenstadt. Es war ein schlimmeres Gedränge als bei Rock am Ring vor der Mainstage am letzten Abend. Nur ohne Security, ohne Absperrungen und einem dunkelhäutigen Jesus, der durch die Straßen getragen wird. Und irgendwie landeten wir mitten drin in der Menge, obwohl wir eigentlich nur etwas essen wollten 🙂 Wir kamen weder vor noch zurück und das Essen verschob sich, bis sich die Menge weiter Richtung Marktplatz schob. Das Ganze wirkte nach einer Zeit wie eine nicht zu Ende gedachte Party nach dem Motto: “Hey, wir treffen uns alle, bringen Palmwedel mit und dann…. Ja, dann sind wir alle da”.

Wir wollen doch nur zum Chinesen

Ostern stand jetzt bereits vor der Tür. Da die Ostertage auch hier ein Fest für die Familie sind, beschlossen wir die Familien in Cusco in Ruhe feiern zu lassen und uns einige Tage in den Dschungel des Amazonas zu verziehen. Davon später mehr…

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