Titicaca!! (Sorry)

Titicaca!! (Sorry)

Nein, Titicaca ist kein Kraftausdruck, sondern der höchstgelegene, befahrbare See der Welt (ja ich weiß – alles hier ist irgendwie das X höchstgelegene der Welt…).

Von La Paz ging es also wieder “auf’s Land” und auch schon zu unserem letzten Stop in Bolivien: Dem Titicacasee. Irgendwie hatten wir gar nicht viel mehr erwartet als einen etwas größeren See. Wir wurden in diesem Fall aber mal wieder überrascht, denn dieser See ist wirklich fantastisch und er gleicht eher einem tiefblauen Meer. Die Inseln im See sind noch sehr ursprünglich und generell strahlt das ganze Gebiet eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus. Mal zum Vergleich mit heimischen Gefilden: Der Bodensee ist 536km² groß, der Titicacasee ist mit 8.372km² fast 16 mal größer.

Auf dem Weg musste unser Bus einmal seperat auf einer Nussschale transportiert werden, da es keine Brücken gibt

Wir haben beschlossen eine Nacht auf der Isla del Sol zu verbringen, laut den Inka die Geburtsstätte der Sonne. Also ging es mit dem Bus zunächst nach Copacabana und von dort aus mit einem kleinen Boot auf die Insel der Sonne.

Am Hafen von Copacabana
Endlich wieder Wasser

Auf der Isla del Sol angekommen, hieß es unsere Unterkunft zu finden. Man bot uns am Hafen an, unser Gepäck mit dem Esel den Berg hinauf zu transportieren und wir hätten dieses Angebot wirklich annehmen sollen! So kam es, dass wir unser Gepäck selbst die unglaublich steile, rutschige Treppe hinaufschleppten, die damals schon die Inkas benutzten – die waren wohl trainierter als wir. Als wir die Treppe gemeistert hatten, ging es über Schotter weiter den Berg hinauf und zu allem Überfluss bemerkten wir, dass wir uns den Standort des Hostels nicht markiert hatten… also liefen wir viele, viele Meter den Berg hinauf und als wir oben ankamen fiel uns auf, dass wir schon viel zu weit gelaufen waren, denn wir waren uns sicher, dass das Hostel NICHT am höchsten Punkt der Insel war. Also wieder runter… und irgendwann nach einer Stunde schwitzen und schleppen – um es immer wieder zu erwähnen, in einer Höhe von 3800 Meter – kam endlich das richtige Hostelschild in Sicht. Halleluja!! Nach einem Coca-Tee und mit fantastischem Blick auf den See waren die Strapazen aber wieder vergessen (Bevor jetzt jemand aufschreit: Die Coca-Pflanze ist an sich keine Droge – ganz im Gegenteil – Coca Blätter sind super gesund und helfen gegen die Höhenkrankheit wie nichts anderes).

Und hoch die Inka-Treppen
Verlaufen… Wiesooooo??!!
Der Blick entschädigt
…sowie auch derSonnenuntergang

Das einzige Transportmittel auf der Isla del Sol sind seit jeher Esel, kein Motorenlärm ist zu hören – lediglich das Röhren der Tiere, die Tag für Tag schwere Lasten über die Insel schleppen. Wir genossen diese Ruhe, beobachteten das Treiben der “Insulaner” und wanderten etwas herum, um die besten Blicke auf den See zu erhaschen. Alles in allem sehr entschleunigend. Als Highlight trafen wir noch ein peruanisches Kind mit seinem Baby-Alpaka. Ganz im Ernst: Baby-Alpakas sind wahrscheinlich das Non-Plus-Ultra der süßen Tierbabys. Da wird einem fast schlecht, so süß sind die.

Transportmittel auf der Isla del sol
Oooooooooooh

Peru, wir kommen

Nach unserem Inselaufenthalt ging es auf zur gegenüberliegenden Küste des Sees und das bedeutete auch wieder mal einen Grenzübertritt und zwar nach Peru. Also kehrten wir Bolivien den Rücken und betraten das Land der Inkas. An der Grenze ging wie immer alles problemlos vonstatten. Man muss ehrlich sagen, dass wir uns das Reisen in Südamerika generell schwieriger vorgestellt hatten, als es letztendlich ist. Die Busse sind wahnsinnig gut organisiert und sobald man auch nur ein paar Brocken Spanisch spricht, hilft einem auch jeder so gut er kann weiter.

Peru – unser viertes Land in Südamerika

Auf jeden Fall war unser erster Stop in Peru die Stadt Puno, die ebenfalls direkt am See liegt. Bisher hatten wir noch nie von Puno gehört, aber wir wollten uns noch nicht vom Wasser verabschieden, so dass wir 3 Nächte hier verbrachten und auch nochmal einen Ausflug auf den See selbst unternahmen. Auf der peruanischen Seite des Sees hatten die Leute nämlich die grandiose Idee, sich selbst Inseln aus einer Art Seegras zu basteln. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine große Touristenattraktion sind wirklich schwimmende und bewohnte Inseln aus “totora reed”. Sogar Häuser, Betten, Möbel etc. sind komplett aus getrocknetem Seegras gebaut. 90 Inseln schwimmen im Titicacasee und es gibt dort Kindergärten, Supermärkte, Restaurants und alles was der Mensch so braucht. Das Seegras kann man in frischem Zustand sogar essen (schmeckt nach nix)… das bedeutet, dass die Menschen nicht nur auf schwimmenden sondern auch auf essbaren Inseln wohnen – toll! Leider verfaulen die Inseln nach einigen Jahren, sodass öfters mal nachgebessert werden muss.

Das Seegras wird als Baustoff verwendet
Und das Ergebnis ist so etwas
Essen kann man es auch

PS: Dieser Blogeintrag war übrigens ganz besonders schwierig, denn mir platzt fast der Kopf! Wir sitzen in einem 9 Quadratmeter-Zimmer ohne Fenster und Lüftung, ich habe einen Kater, direkt hinter der Wand steigt eine spanische Karaokeparty in ohrenbetäubender Lautstärke (Das Bett vibriert) und die Franzosen im Zimmer nebenan starten gerade eine Gegenparty. Außerdem sind wir erst gerade umgezogen, da wir vor Bettwanzen flüchten mussten. Ein Hoch auf das Hostel-Leben 😀

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