Home away from home

Home away from home

Es herrschte völlige Dunkelheit als wir in Pucon ankamen. Menschen drängelten sich an uns vorbei, als wir in einer düsteren Gasse vor einer Art Scheune unser Gepäck aus dem Bus luden. “Das soll dieser tolle Ferienort sein, zu dem alle Chilenen in den Ferien pilgern?”, dachten wir uns und liefen die Straße hinunter in Richtung unseres Hostels. Es war so dunkel, dass wir fast über Steine und Menschen stolperten. Wir dachten natürlich das sei normal, aber scheinbar hat der starke Wind irgendeinen Strommasten umgemäht, so dass auch das Hostel gerade ohne Strom auskommen musste. Fast 2 Tage war der Strom mal weg und mal wieder da, aber mit Kerzen und Stirnlampen konnten sich alle behelfen. Gut, dass Pucon so eine sichere Gegend ist 🙂 In Berlin hätten die ersten Leute schon nach 2 Stunden Stromausfall damit begonnen Geschäfte zu plündern.

Seit 7 Tagen sind wir jetzt schon hier und irgendwie fühlt es sich nicht an wie Chile. Eher wie irgendein Kurort in den deutschen Bergen in dem alle Spanisch reden. Es gibt deutsche Bäckereien die Kuchen und Brezeln verkaufen, deutsches Bier und die Häuschen haben irgendwie alle einen Berghütten-Flair.

Unser Hostel ist eine Berghütte, aber ohne Berg (aber mit Vulkan)
Calle Holzapfel

Alle Südamerikaner bestätigten unsere Annahme: “Das hier ist nicht wirklich Chile!”, heißt es immer wieder. Naja, aber um unseren Sprachkurs zu Ende zu bringen ist es genau richtig. Außer morgens in die Schule zu gehen, eine Siesta zu halten, Hausaufgaben zu machen und Abends im Hostel zu kochen und mit den anderen Travellern zu quatschen, machen wir gerade sowieso nix. Wir haben jetzt in einer Woche den Stoff von wahrscheinlich 2 Schuljahren gelernt und sind mit unseren rauchenden Köpfen genug beschäftigt. Zwischendurch spielen dann im Hostel noch Live-Bands… ein schweres Leben.

Weiter gelernt wird in dieser schönen Hütte
Hausaufgaben: früher hab ich die immer abgeschrieben, aber Ine lässt mich nicht.
Private Jam Sessions im Hostel

Heute war unser letzter Tag in der Schule und wir verstehen die Chilenen noch immer nicht. Aber das darf wohl wirklich auch nicht das Ziel sein! Scheinbar wird das Spanisch in Richtung Norden (Bolivien, Peru) immer verständlicher. Gut, dass wir jetzt in den Süden reisen. Unsere Fähre nach Patagonien haben wir bereits gebucht: am 15. Februar geht es ab Puerto Montt runter nach Puerto Natales. Volle 4 Tage wir die Fahrt an der chilenischen Küste entlang dauern.

Aber zunächst schauen wir uns noch die Sehenswürdigkeiten von Pucon an. Uns strahlt nämlich schon seit einer Woche der mächtige Vulkan Villarica an: Einer der aktivsten Vulkane in Südamerika. Diese Lady bricht immer mal wieder aus und raucht ununterbrochen. Natürlich müssen wir da morgen hochklettern! Nachher holen wir unsere Eispickel ab, denn da oben liegt wohl noch richtig viel Schnee und Eis (und hier unten hat es 35 Grad).

Wir kommen, alte Dame!
Abschlusszertifikat

 

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