Am Rand der Hölle

Am Rand der Hölle

Silvester verbrachten wir in einem schönen Backpacker Hostel am Lake Taupo. Wir feierten bis in die Puppen mit den Leuten im Hostel und hatten dann nach längerer Zeit auch endlich mal wieder ein richtiges Bett und ein Badezimmer 🙂

Nachdem wir uns am 2.Januar wieder von der Silvesternacht erholt hatten, machten wir uns auf nach Rotorua. Ein geothermisch aktives Gebiet und auch bekannt für die reiche Maori Kultur.

Happy new year

Te Whakarewarewatanga-o-te-ope-a-Wāhiao

Unser erster Stopp war das Maori Dorf mit dem sprechenden Namen Te Whakarewarewatanga-o-te-ope-a-Wāhiao. Einige Maori leben hier noch immer, das Dorf wurde aber als Touristenattraktion aufbereitet. Schon bei unserer Ankunft lag Schwefelgestank in der Luft und über den Häuser des Dorfes stieg dicker Dampf empor. Das Wasser in den Tümpeln kochte, blubbernde Schlunde durchzogen das Dorfzentrum und ein Geysir hieß uns mit einer Wasserfontäne willkommen. Was für ein netter Ort, um ein Dorf zu errichten 🙂

Es war sehr interessant zu sehen wie die Einwohner diese vulkanischen Aktivitäten zu ihren Gunsten nutzen. Das Essen wird in natürlich kochenden Teichen und in einer Grube in der heißen Erde (Hangi) des Gebietes zubereiten und zum baden werden Outdoor-Pools genutzt, die mit dem heißen mineralhaltigen Wasser der Quellen befüllt werden.

Die Erde bricht aufgrund vulkanischer Aktivität halt manchmal weg
Der kochende Teich dient der Essenszubereitung

Waiotapu – Tor zur Unterwelt

Am nächsten Tag Stand das Geothermalgebiet Waiotapu auf dem Programm. Vorweg: hier wurde kein Dorf errichtet und das wäre diesmal auch wirklich keine gute Idee gewesen. Hier blubbert und kocht es jetzt an allen Ecken und Enden. Der Gestank nach faulen Eiern ist allgegenwärtig und die Felsen hier sind größtenteils von Schwefelablagerungen gelb gefärbt. In diesem Gebiet befinden sich kollabierte Krater, heiße Quellen, durch Minerale gefärbte heiße, kochende und kalte Tümpel. Man findet Schlammteiche, aus denen Gase vulkanischen Ursprungs aufsteigen und an der Oberfläche als Schlammblase zerplatzen. Kristallklare Teiche laden zum Baden ein (und würden die Badenden sofort kochen oder zersetzen) und des Teufels Badezimmer, ein komplett neongrüner Säure-Tümpel, eignet sich hervorragend um Wäsche zu waschen, die man sowieso entsorgen wollte.

Er spuckt und spuckt
Champagne Pool
Hinter uns wird’s heiß
Devils Bath: pH-Wert 2

Ein bisschen Urlaub

Nach dem ganzen giftigen Zeugs brauchten wir schon wieder Urlaub vom Reisen. Einfach ab und zu 1-2 Tage keine Gedanken darüber machen wo man schlafen kann, wo man Essen herbekommt oder sich waschen kann – das ist wichtig, wirkt Wunder und kurbelt die Reiselust ständig wieder an.

Da wir uns sowieso die Höhlen von Waitomo anschauen wollten, machten wir also auf halber Strecke Halt und befinden und jetzt im wunderschönen Mangakino an einem See. Obwohl die Kiwis hier sehr aktiv sind, ist es sehr idyllisch. Da stört es auch gar nicht wenn ständig (ungelogen alle 5 Minuten) riesige mit Wakeboards beladene Boote, Jetskis, Kajaks, etc. zu Wasser gelassen oder wieder herausgehievt werden. Das ist eben neuseeländischer Freizeitspaß!Das Wetter ist übrigens schon das ganze neue Jahr über verdammt gut. Wir haben noch nie so viele Menschen mit Sonnenbrand gesehen.

Lake Maraetai mit strahlend blauem Himmel
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