Mit der Fähre nach Mordor

Mit der Fähre nach Mordor

Die Übersetzung mit der Fähre von Picton(Südinsel) nach Wellington(Nordinsel) war relativ problemlos. Wir konnten die knapp 3 Stunde Fahrt bei gutem Wetter genießen während Tikki unten im Fahrzeugdeck verharrte.

Ab mit der Fähre auf die Nordinsel

In Wellington angekommen fuhren wir direkt zu unserem Schlafquartier für diese Nacht: der Hinterhof einer Metzgerei. Man muss dazu erklären, dass Wellington irgendwie keine sonderlich camperfreundliche Stadt ist. So gibt es nun also diverse Privatanbieter auf deren Hof man für einen kleinen Obulus stehen und nächtigen darf. Sehr komfortabel war, dass an die Metzgerei ein Pub angeschlossen war, so dass wir noch Burger und Bier vor dem Schlafen abstauben konnten. Mittlerweile haben wir ja schon sämtliche Skrupel über den Haufen geworfen und so war es relativ normal sich im Pub-Klo die Zähne zu putzen und sich draußen neben der Schlachthalle bettfertig zu machen.

Gleich am nächsten morgen fuhren wir dann ein öffentliches WC für die Morgentoilette an, welches glücklicherweise direkt am Strand lag, so dass wir am Meer mit Blick auf Wellington unser Müsli genossen (welches wir in 5kg-Familienpack mit uns herumtragen).

Frühstück am Strand

Brennt alles nieder

…So oder so ähnlich lautete die Einladung für Siedler die damals, nachdem Captain Cook Neuseeland (wieder-)entdeckte und erschloss, in das neue Land kamen. Die tausenden grünen Hügel die wir so an Neuseeland lieben und die z.B. auch als Kulisse für den Hobbit und Herr der Ringe dienten, waren früher zumeist dicht bewaldet. Schon die Maori waren begnadete Baumeister – und das Material Holz gab es in rauen Mengen. Zudem bekam jeder der sich Anfang des 18Jh in Neuseeland niederlassen wollte ein Stück Land geschenkt. Unter der Voraussetzung, dass es landwirtschaftlich nutzbar gemacht wird! So wurden viele Urwälder und auch viele der riesigen Kauri Bäume gnadenlos gerodet und/oder abgeholzt. Somit sind auch die meisten der Wälder Neuseelands keine “ursprünglichen” Wälder mehr.

Ja man lernt so einiges, wenn man mal einen Tag im Museum verbringt.

Die grünen Hügel waren früher dicht bewaldet

Die Reise nach Mordor

Eines der Highlights der Nordinsel haben wir gleich zu Beginn in Angriff genommen: Das Tongariro Crossing. Eine Wanderung entlang am Schicksalsberg Ngauruhoe durch die Lande von Mordor 😉 Sieben bis neun Stunden Gehzeit, 19,4 Kilometer Länge, ca. 800 Höhenmeter hinauf und wieder ca. 1000 hinunter.

Morgens um 6 Uhr fuhr unser Shuttle zum Startpunkt des Treks. Die Sonne lugte schon ein Stückchen hinter dem Ngauruhoe hervor und tauchte die von Lavagestein übersähte Landschaft in schimmerndes morgendliches Licht. Den Feuerberg im Blick machten wir uns an den Aufstieg durch das “Treppenhaus des Teufels” zum immer noch aktiven Red Crater und blickten in den tiefen Schlund den die Urkräfte der Erde einst formten. Erst 2012 noch spuckten die Te Maari Krater an der Nordseite des Tongariro eine Wolke aus Asche und Schwefeldämpfen. Gesteinsbomben durchlöcherten das Dach der Ketetahi-Schutzhütte, die noch heute als Unterstand genutzt wird. Ohja, man konnte die Gewalt der Erde hier oben spüren.

Den Krater hinab ging es durch Asche und Gesteinsbrocken eher schlitternd als wandernd, immer die türkisfarbenen Kraterseen des Blue Lakes und Emerald Pools im Blick.

Um es wieder kurz und knapp auf den Punkt zu bringen: Fantastisch! Grandios! Einzigartig! Und verständlich wieso Peter Jackson damals um die Jahrtausendwende diesen Ort als Schauplatz für das finstere Reich Mordor wählte. Leider wurde Tongariro dadurch so populär, dass auf dem Weg teilweise genau so ein Gedränge wie bei einem Ork-Aufmarsch herrschte 🙂

Vorbereitung. Vöhringers sind hungrige Wanderer
Ich musste nur das komische leuchtende Auge auf dem Berg weg-photoshoppen
Blick den Kraterrand hinab
Emerald Lakes

Und am Ende….

Wünschen wir euch allen einen guten Rutsch und einen FANTASTISCHEN Start ins Jahr 2019. Wir schauen schon mal 12 Stunden vor euch rein wie das neue Jahr so wird.

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