Escape

Escape

Durch blumenüberwachsene Täler über tiefgrüne Bergketten, vorbei an schneebedeckten Gipfeln und schmelzenden Gletschern bis hin zu goldenen Stränden führte uns unser Hippiebus Tiki bisher. Die Landschaften Neuseelands sind so abwechslungsreich, dass man nach jeder Stunde auf der Straße glaubt in einem anderen Land zu sein. Und doch fühlt es sich für uns nicht so an, als ob wir am anderen Ende der Welt wären. Vieles erinnert an Zuhause: die Kultur, die Mentalität der Leute und manchmal auch die Vegetation… aber irgendwie ist doch alles 1000mal krasser. Vielleicht auch weil das Wetter genau so abwechslungsreich ist wie die Landschaft. Von einem auf den anderen Augenblick sinkt die Temperatur um gefühlte 10 Grad, es fängt aus dem Nichts plötzlich an zu regnen und nachts fällt die Temperatur auch mal auf 5°C. Da Tiki keine Heizung besitzt (zumindest nicht, wenn wir keinen Stromanschluss haben), schlafen wir grade oft mit allem was wir so haben: Mütze, Schal, lange Unterhosen… sogar eine Bettflasche haben wir gekauft, die wir vor dem Schlafengehen mit heißem Wasser vom Gaskocher füllen. Ich würde gern sagen, dass wir das alles einfach so wegstecken, aber ich hab mich in den letzten Tagen leider so erkältet, dass wir letzte Nacht in einem Motel absteigen mussten, um mal ein warmes Bett zu haben. Das brachte mich jetzt wieder auf den Weg der Besserung!

So schön lässt es sich campen. Strom für den Heizlüfter sucht man aber vergebens 🙂
Die Aussicht vor dem Schlafengehen

Vielleicht ist es auch gerade diese Unberechenbarkeit, dieser unglaubliche Abwechslungsreichtum, der Neuseeland so faszinierend macht. Zugleich wünscht man sich aber auch zwischendurch wirklich mal einen Tag ganz ohne Regen 🙂

Mittlerweile haben wir mit Tiki schon eine ganz schöne Strecke zurückgelegt. Das folgende Bild zeigt unsere Route:

Seit dem letzten Blog sind wir also vom Lake Tekapo (B) zum Aoraki (C) nach Oamaru (D), über Cromwell (E) nach Queenstown (F), ins Fjordland (F) und dann wieder Richtung Norden über Mossburn (H) nach Wanaka (Auto Symbol).

Der mächtige Aoraki

Gemäß der Legende der Māori war Aoraki ein kleiner Junge, der zusammen mit seinen drei Brüdern auf ihrer Reise zur Erdmutter, mit ihrem Kanu an einem Riff strandeten. Aoraki und seine Brüder kletterten auf die Oberseite ihres Kanus. Der Südwind fror sie jedoch ein und verwandelte sie in Stein. Aoraki, wurde zum höchsten Gipfel und seine Brüder schufen die südlichen Alpen.

Da wir keine wirklich geübten Bergsteiger sind, begnügten wir uns damit Mount Cook (wie der Aoraki nach der Entdeckung Neuseelands durch James Cook genannt wurde) von der Ferne zu betrachten.

Aussicht auf den mount Cook am Abend

Pinguine und Steampunks in Oamaru

Steampunk ist ein Kunstgenre und eine kulturelle Bewegung. Dabei werden einerseits moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft, wodurch ein deutlicher Retro-Look der Technik entsteht.

Schwierig zu erklären was ein Steampunk ist, aber wer Oamaru sieht, der weiß: hier ist ihre Heimat! Die Stadt hat ihre viktorianischen Bauten komplett erhalten. In verwinkelten Gassen finden sich alte Whiskybrennereien, Märkte und Antiquitätenhändler die Ramsch aus einer Zeit verkaufen, die nur in der Phantasie einiger schräger Künstler existierte. Ja, Oamaru ist ein Londoner Vorort im Jahre 1850 in einem bizaren Paralleluniversum.

World Famous Harbour Street (nie zuvor davon gehört)
Ist das Kunst oder kann das weg?

Was kann diese absolut krasse Stadt jetzt noch toppen? Abends laufen hier kleine Pinguine über die Straßen!!

Kleine Scheißerchen im Gebüsch

Aber halt: was ist noch viel besser? Währenddessen Weihnachtsdeko basteln!

Wir schmücken den Camper
Und haben sogar eine Lichterkette

Doubtful Sound im Fjordland

Die Westküste der Südinsel ist komplett durchzogen von Fjorden. Zwei der bekanntesten sind Milford Sound und Doubtful Sound. Da das Wetter bei Doubtful gerade besser aussah, entschieden wir uns für eine Bootsfahrt durch diesen Fjord. Wir wurden nicht enttäuscht (siehe auch Titelbild).

Doubtful Sound von oben

Die Maori nennen diesen Ort den “Ort der Stille” und ja, hier ist die Natur noch genau die gleiche wie vor hunderten von Jahren. Ungestört durch den Menschen leben hier Pinguine, Delfine, Seelöwen und viele andere Tiere.

Mit dem Boot durch diesen Ort zu schippern hat tatsächlich etwas meditatives.

Das Wasser in den Fjorden ist so ruhig, dass es wie ein Spiegel wirkt

Ein Zwischenstop auf einer Farm in Mossburn

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Oh du schönes Wanaka

So, und da sind wir jetzt. Ein schöner Zwischenstopp auf unserem Weg zum Franz Josef Gletscher.

Wir laden hier in diesem schönen Städtchen am See unsere Batterien, denn wir haben noch einiges vor!

World Famous Wanaka Tree (noch nie zuvor davon gehört)

Und am Ende steht immer die selbe Frage: Wieso können die Neuseeländer keine Wasserhähne bauen??

Links arschkalt. Rechts kochend heiß. So eng, dass die Hand nicht zwischen Becken und Hahn passt. Ein Meisterwerk!
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