Kia Ora

Kia Ora

Es ist gerade nicht sehr leicht an WiFi oder auch an Strom zu kommen. Aber das knisternde Feuer an dem wir gerade sitzen, nachdem wir in heißen Quellen gebadet haben und die Aussicht auf den komplett türkisfarbenen Lake Tekapo machen das mehr als wett. Deswegen habe ich auch beschlossen mehr die Natur zu genießen als WiFi zu suchen. Also nicht wundern, wenn die Blog-Frequenz ab jetzt abnimmt!

PS: Diesen Blog-Beitrag versuche ich jetzt schon seit zwei Tagen irgendwie online zu bekommen 😀

Kein WiFi…
… aber dafür das hier

Aber ich spule mal kurz ein paar Tage zurück.

In Christchurch angekommen haben wir es uns in einem kleinen Backpackers gemütlich gemacht um unseren Trip durch Neuseeland zu planen. Schließlich wollten wir bald unseren Van abholen und 5 Wochen quer durchs Land tuckern. Das Wetter war regnerisch und kühl, also hatten wir jede Menge Zeit.

Reisebüro Vöhringer

Als der Tag dann gekommen war und wir unseren reservierten Campervan abholen wollten, ging erst mal komplett alles schief! Zunächst sind wir pünktlich um 10 Uhr morgens an der falschen Campervan Abholstation gestanden. Schade, dass wir eine ganze Stunde mit dem Bus gebraucht haben um dorthin zu gelangen und die richtige Abholstation genau neben unserem Hostel war. Also wieder mit dem ganzen Gepäck zurück an die Bushaltestelle. Als der nächste Bus dann ankam konnte man uns nicht auf unseren 50 Dollarschein wechseln und ließ uns einfach stehen (zwar mit Bedauern, aber trotzdem scheiße). In einem kleinen Laden konnten wir Geld wechseln und dann den nächsten Bus nehmen der kurz vor dem Ziel dann eine Reifenpanne hatte. Da standen wir also wieder! Naja, Rucksack aufgeschnallt und gelaufen. Eine gute halbe Stunde später kamen wir endlich bei “Escape Campers” an. Und die Torturen haben sich gelohnt. Dieser umgebaute Nissan Van ist der absolute Wahnsinn und ein echter Hingucker!

Der erste Stop führte uns zum Supermarkt, wo wir uns zunächst mit dem Nötigsten eindeckten: Eis für die Kühltruhe, Wasser, Brot, Reis, Nudeln, Bier (na klar!)…

Einkaufen für die große Fahrt

Dann ging es endlich los! Ziel: Akaroa, eine komplett durch vulkanische Aktivitäten entstandene Bucht vor Christchurch. Neblige Serpentinen führten uns zum “Freedom Camping” an einem Bootsanleger. In Neuseeland gibt es diese Art kostenloser Campingplätze, auf welchen aber nur “Selbstversorger Fahrzeuge” erlaubt sind. Also Fahrzeuge mit eigener Spüle und Toilette, da es auf diesen Campingplätzen nichts gibt außer, naja,… den Platz. Jetzt muss man sagen, dass unser Van Tiki (so heißt er jetzt) zwar alles an Bord hat, aber alles auch sehr alibimäßig wirkt. Die Toilette die wir an Bord haben ist halt eine verschließbare Schüssel… WER kommt auf die Idee diese Schüssel vor seinem Camper aufzustellen und gemütlich sein Geschäft zu verrichten? Am Besten noch mit der Tageszeitung in der Hand?!

Also die Schüssel blieb bisher unbenutzt. Öffentliche Toiletten gibt es bisher noch genug.

Die erste Nacht war verblüffend gemütlich. Gut ausgeruht verließen wir den Van. Der Nebel war verzogen und eine Landschaft aus saftig grünen Hügeln und türkisfarbenem Wasser offenbarte sich uns. Wooow!

Akaroa

Beim Zähneputzen am Fluss waren wir uns sicher: Neuseeland wird der Wahnsinn! Morgens aufzustehen, seinen Kaffee im Hinterteil von Tiki aufzusetzen; die Zähne an einem Fluss vor einer atemberaubenden grünen Hügellandschaft zu putzen; beim Frühstück umgeben zu sein von allerlei Vögeln und anderen Menschen die sich ebenfalls gerade aus ihren provisorischen Unterkünften schälen (teils einfache Vans, teils riesige umgebaute LKWs); das alles wirkt wie ein Traum. Gleich am ersten vollen Tag haben wir die Wanderschuhe ausgepackt um die grünen Hügel von Mittelerde zu besteigen. Die Aussicht war einfach unbeschreiblich, unbegreiflich schön.

Akaroa von oben

Die Dusche, die wir nach einem Tag Fahrt, einer Nacht im Van und einem Tag wandern in den Bergen mal dringend nötig hatten, bestand aus einer Saftflasche in deren Deckel wir Löcher gebohrt hatten. Merkwürdig kommt man sich schon vor, in Badeklamotten mit Seife eingeschäumt im Stadtpark zu stehen und sich gegenseitig mit Wasser abzuspritzen. Ihr habt Mitleid? Braucht ihr nicht! Wir genießen diese Freiheit jetzt in vollen Zügen!

Es wird kuschelig, wenn die Temperaturen fast am Nullpunkt kratzen. Scharfe Suppe und Heizlüfter helfen.
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