Wein, Berge und Weinberge

Wein, Berge und Weinberge

Eigentlich wollten wir unser Auto ja in Newcastle leihen und damit dann mit Umweg über die Berge nach Sydney fahren. Schon von Anfang an wunderten wir uns dabei über die horenden Preise von Hostels in Newcastle. Unsere Ansprüche sind mitterweile zwar deutlich gesunken, aber 70 Euro für ein Bett in einem 6er Schlafsaal schien selbst uns zu überzogen. Nachdem wir bei unserer Hostel-Mama in Port Macquarie mal nachfragten, bekamen wir die Aussage: “Guys, you really dont wanna go to Newcastle!”. Anscheinend fand dort ein Langstreckenrennen statt, für das die gesamte Innenstadt gesperrt wurde. JEDER der die Stadt betreten wollte, musste nochmal ca. 40 Euro Eintritt zahlen… ok, Pläne geändert und ab direkt nach Sydney! Dort gibt’s ja auch europcar.

Unsere Karre ist fast das gleiche Modell wie mein Hyundai zuhause

In Sydney mussten wir zwar auch eine Nacht verbringen bevor wir endlich unsere Karre hatten, aber immerhin kostete die Stadt keinen Eintritt. Wir wählten ein Hostel namens “The Maze”… und schon bei Ankunft war der Name Programm. Das alte heruntergekommene Hochhaus war ein einziges Labyrinth. Schummrige Gänge, abgeratzter Teppich und in jedem Eck eine andere Alkoholleiche die ihre Habseligkeiten vor sich auf dem Boden verteilt hatte. Welcome to Sydney?

Wir waren wirklich komplett fertig, als wir endlich auf dem Highway Richtung Hunter Valley waren. Ein paar Tage Ruhe und Frieden im australischen Bergland lockten. Und so war es auch! Enge Serpentinen durch den trockenen Busch wechselten sich ab mit endlosen Tälern und grün-bewachsenen Berghängen. Schließlich erreichten wir das Weinanbaugebiet Australiens: das Hunter Valley.

Hunter Valley
Wie schon bei den Koalas: Lügen über Lügen! Keine Kängurus!

Auf dem Weg zu unserer Unterkunft deckten wir uns mit Obst und Gemüse von Farmen ein welche auf dem Weg lagen und besorgten uns noch ein paar dicke australische Steaks.

BBQ

In der Abgeschiedenheit unserer kleinen Bungalowanlage mitten im Nirgendwo verbrachten wir zwei schöne ruhige Tage. Wir genossen es, dass um uns herum einfach mal keine anderen Menschen waren.

Nachdem wir in Hunter Valley etwas Energie (und Wein) getankt hatten, ging es auf in die Blue Mountains. Wieso Blue? Weil der stetige Dunst der über den riesigen Eukalyptuswäldern der Berge hängt, diese für das Auge leicht blau färbt. Stimmt tatsächlich!

Die Blue Mountains

Die Aussicht über die behangenen Berge und die Felsformation der Three Sisters (Titelbild) war mal wieder atemberaubend. Ebenso die Wanderung durch eine der Schluchten in denen eine ganz eigene Art von Flora und Fauna zu finden ist. Riesige Farne und Palmen bieten den Lebensraum für Pfauen, Papageien, riesige Leguane und allerlei anderes Getier.

Mein Hirn kommt langsam tatsächlich nicht mehr so ganz mit, mit den ganzen atemberaubenden Dingen die wir so Tag für Tag machen und sehen. Deshalb haben wir beschlossen, unser Reisetempo etwas zu verringern, sonst bekommt einer von uns bald den Reisekoller.

Durch den Regenwald in den Schluchten der Blue Mountains
Viele Vogelfreunde auf dem Weg. Hier ein Mountain Lowry (Bergpapagei)
Und eine Pfauendame auf dem Baum

Nach unseren Ausflügen in den Blue Mountains fing es an zu regnen. So richtig! Und es hörte auch nicht mehr auf! Ich habe im Wetterbericht noch nie eine Regenwahrscheinlichkeit von 99-100% über 24 Stunden gesehen 🙂

Leider mussten wir an dem Tag zurück nach Sydney fahren und hatten eigentlich einen Tag im Wildlife Park nahe der Berge eingeplant. Der Ausflug fiel ins Wasser, wurde dann aber später durch einen Besuch im Taronga Zoo Sydney ersetzt. Dieser Regentag war laut einem Einheimischen der schlimmste seit 36 Jahren. Es regnete so heftig, dass es sogar in den Pubs von der Decke tropfte. Willkommen in Sydney!! 😉

Am Ende bekamen wir dann aber natürlich sich die fantastische Oper und die Harbour Bridge zu Gesicht und müssen sagen: Sydney ist gar nicht so übel 😉

Das Opernhaus von Sydney

Alles in allem war’s das jetzt auch schon wieder mit Australien und wie immer könnte ich noch stundenlang weiter schreiben, aber wir müssen jetzt unseren Flug nach Neuseeland erwischen!

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