Der Gewinner schreibt Geschichte

Der Gewinner schreibt Geschichte

Die Emotionen in den letzten Tagen in Vietnam lagen zwischen “Verdammt, nur raus hier” und “Vietnam ist einfach wunderbar”. Freude und Ärger, Himmel und Hölle liegen hier greifbar nah beieinander. An einem Tag freut man sich darüber, mit Einheimischen auf der Straße Karaoke zu singen und am anderen Tag sitzt man da, kurz bevor der Flieger geht, und föhnt all seine Klamotten mit dem Haarfön, weil das Hostel es nicht auf die Reihe bekommen hat die abgegebenen Klamotten rechtzeitig zu waschen. Uns Europäern erscheint manches was hier selbstverständlich ist etwas irrational und unlogisch. Und das macht uns mit der Zeit einfach fertig ?

Mit unserer Hostel Mama in Can Tho
Der Wahnsinn in Ho Chi Minh City

In Ho Chi Minh City, ehemalig Saigon, wird man unwillkürlich mit dem Vietnamkrieg konfrontiert. Was wir dort z.B. im Kriegsmuseum gesehen haben, ist an Grausamkeit kaum zu überbieten. Das Ganze ist jetzt aber so eine Sache… Auf Grund von Unwissenheit lehnen wir uns mal nicht zu weit aus dem Fenster. Ein Südvietnamese auf der Straße meinte aber zu uns, er war noch nie in diesem Propaganda-Museum und “der Gewinner schreibt die Geschichte”. In diesem Fall also das kommunistische Nordvietnam. Zudem meinte er noch: “They try to brainwash everyone with their propaganda, but I refused”. Puh!

Wir lassen das mal so stehen. Und was auch immer man wem jetzt glaubt und was nicht, einem sind wir uns sicher: Krieg ist immer Scheisse und wer am Ende darunter leidet ist die Bevölkerung. Wir haben beschlossen uns nicht den Kopf zu zermartern wer hier jetzt wo welche Propaganda schiebt.

Kriegsmuseum in Saigon

Der Ausflug zu den Tunneln von Cu Chi stellte sich leider als dreiste Kaffeefahrt heraus. Wir haben es gerade so noch geschafft, keine Heizdecken zu kaufen. Und auch hier kann man sich nur noch an den Kopf fassen, da eine fantastische Sehenswürdigkeit zu einer Art Kriegs-Disneyland umgebaut wurde, in dem man beispielsweise grausamste tödliche Fallen mit einem wahnwitzigen Mickey-Maus-Enthusiasmus vorgeführt bekommt. Interessant ist aber, dass das Tunnelnetz wirklich ein ungefähr 250km langes verzweigtes Labyrinth war. Während des Krieges lebten viele Menschen in den Tunneln von Cu Chi komplett unter der Erde. Für Touristen ist der Besuch ein beklemmendes Erlebnis, da die Tunnel zwar für die Touris vergrößert wurden aber noch immer sehr eng sind. Wirklich absurd wird es aber an einem Schießstand in der Nähe, bei dem man mit Maschinengewehren ballern kann. Echt jetzt???

Ein Eingang in die Tunnel
Kuckuck
Na, wer will sich bei lebendigem Leib schreddern lassen?!

So verlassen wir also Vietnam mit gemischten Gefühlen. Ho Chi Minh City hat zum Abschied noch mal unser Gehirn gegrillt!

Auf geht’s nach Down Under wo die Welt in Ordnung ist. G’day mate!

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