Vom Strand zum Fluss

Vom Strand zum Fluss

Vietnam kann in Punkto Traumstrände leider nicht so auftrumpfen wie Thailand, trotzdem wollten wir uns die größte Ferieninsel des Landes Phu Quoc mal anschauen. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, ist uns hier einiges auf den Magen geschlagen. Eine Rollertour über die große Insel offenbarte neben dem offensichtlichen “Overtourism” auch ein kleines Müllproblem sowie auch Folgen des Klimawandels. Denn der vermeintlich schönste Strand der Insel ist mittlerweile einfach WEG. Das Meer hat sich den Strand wieder einverleibt und die Palmen die einst den Sand säumten halten sich mit letzter Kraft noch am verbliebenen Boden fest. Plastik hängt in den letzten Wurzeln der Pflanzen und der Anblick mahnt uns: Wir müssen auf unsere Umwelt mehr Acht geben, sonst werden die schönen Orte dieser Welt nach und nach einfach verschwinden.

Ein einstiger Traumstrand

Dennoch: ein paar Meter weiter fanden wir eine Art Geisterresort, ein Homestay dessen betreibende Familie wohl irgendwie die Renovierung verpasst hat. Die Familie war noch dort und verkaufte Bier (ja wirklich NUR Bier, was mich jetzt aber auch nicht störte). Ironischerweise fanden wir dort den unberührten Traumstrand den wir suchen, direkt vor den verfallenen Bungalows… ein eigentliches Backpacker-Paradies. Vietnam wirft einfach so viele Fragen auf ?

Verlassener Strand abseits der Massen

Nachdem wir in Phu Quoc noch eine Runde tauchen waren und eine Tintenfischfamilie beobachten durften, ging es mit der Fähre zunächst nach Rach Gia. Dann mit dem dem Bus nach Can Tho in’s Mekong Delta. Can Tho ist endlich wieder so, wie wir Vietnam kennen und lieben gelernt haben: fröhliche Leute auf den Gassen, leckeres Essen am Straßenrand, ein bisschen verrückt und laut. Die Gastfamilie bei der wir wohnen besitzt einen großen Garten in der Nähe des Mekong mit einfachen offenen Bungalows aus Holz und Bambus. Nachts hört man die Geckos und die geisterhafte Musik der Zikaden. Abends gibt es immer für alle leckeren Tee und gerade hat der Gast-Papa einen Zuckerrohrsaft vorbei gebracht 🙂

Unser Häuschen in Can Tho

Heute in aller Herrgottsfrüh zum Sonnenaufgang ging es dann mit dem Neffen der Familie und einem kleinen Boot Richtung Mekong. Wir fuhren durch die verwobenen Kanäle des Mekong Deltas und erreichten einen der schwimmenden Märkte. Anders als man vielleicht denkt, ist der schwimmende Markt in Can Tho eher ein Großmarkt und so werden Waren wie Früchte und andere Lebensmittel nur per 10 Kilo Sack verkauft. Jedes Schiff bietet andere Waren an, welche das sind erkennt man daran, dass diese an langen Stangen über dem Schiff angepriesen werden. Wenn also am langen Stab am Schiff Karotten baumeln, kann man dort per Boot seine 10 Kilo Wochenration einkaufen.

Ein wahrer Multi-Markt mit langem Stab

Von unserem Gastgeber lernten wir noch vieles über die Kultur der Gegend und wie diese vor erst 400 Jahren besiedelt wurde. Die größte Gefahr für die Menschen, die hierher während der alten Kriege flohen, waren neben den dort herrschenden Seuchen vorallem Krokodile und Tiger. Aber wie so oft gewann auch hier der Mensch die Oberhand, vertrieb die für ihn gefährlichen Tiere und errichtete ein neues Handelszentrum Vietnams mitten in den Irrgärten der Mekong-Ausläufer. Mittlerweile ist die Mekong Region sogar fast malariafrei.

Im Boot in einem der Kanäle
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