Hue! Hoi An! No!

Hue! Hoi An! No!

Wir sind mittlerweile von Phong Nha aus (mit einem sehr merkwürdigen Bus) über die ehemalige Kaiserstadt Hue und die Schneiderstadt Hoi An nach Phu Quoc gereist. Wie immer haben wir auf dem Weg sehr viel gesehen 🙂

Der ungeschicksteste Schlafbus der Welt

In Hue haben wir uns diesmal nicht auf die traditionellen Sehenswürdigkeiten beschränkt, sondern einen verlassenen Wasserpark besucht, der eigentlich schon lange für die Öffentlichkeit gesperrt wurde. Da Geld mehr sagt als tausend Worte, ließ uns der Pförtner trotzdem rein. Der scheint nebenher gut an den Touris zu verdienen. Da gerade Halloween war, war dieser verlassene Ort genau das Richtige für diesen Tag 🙂

Der verlassene Wasserpark von Hue
Die Rutsche ins Verderben

Von Hue aus ging es dann weiter nach Hoi An, wo wir uns einige schöne Tage erhofften. Nicht falsch verstehen, Hoi An ist wirklich eine wunderschöne Stadt und ist einen Besuch auf jeden Fall wert, aber der Reisende wird hier wirklich nur noch als wandelnder Geldsack gesehen. Es ist tatsächlich schlimm wie nervende Verkäufer, Tourenanbieter und Restaurantangestellte die eigentlich so idyllische Atmosphäre der Stadt zerstören. Dazu gleich aber generell noch mehr, denn an dieser Stelle hat Vietnam, sofern wir das nach unserem kurzem Einblick beurteilen können, noch ein Problem!

So idyllisch kann Hoi An sein
Bei Nacht gehen die Lichter an

In Hoi An beschlossen wir, dass wir reif sind für die Insel und buchten einen Flug auf die vietnamesische Ferieninsel Phu Quoc. Leider ging kurz vor dem Abflug unser Flugzeug kaputt und so mussten alle Passagiere wieder ausgeladen werden. Aber “Glück im Unglück” muss man halt haben! Wir wurden direkt in den nächsten Flieger in die First Class gesteckt und so ging es dann doch noch recht fix in den äußersten Süden.

First Class, Baby!

Ein Wort begegnete uns hier in Vietnam mittlerweile immer öfter und das ist leider das Wort “No!”… egal ob man in ein Restaurant geht und etwas bestellt, seinen Roller irgendwo abstellen oder auch nur eine Cola haben will, es kommt sehr oft vor, dass man mit einem, für uns sehr unfreundlich wirkenden “No!” abgewimmelt wird. Wenn uns Europäern jemand ein klares “NEIN!” ins Gesicht sagt, dann ist dies meist sehr offensiv gemeint und zumindest Ine und ich assoziieren damit sofort eine Ablehnung und eine Art von “unerwünscht sein”. Zudem auch weil auf dieses große Wort “Nein” hier scheinbar nie eine Erklärung folgt, sondern ein Grinsen. Jetzt fragten wir uns natürlich, ob die Leute Richtung Süden auf einmal alle unfreundlich geworden sind. Dem ist aber eher nicht so (obwohl man schon sagen muss, dass die Maschen Touristen abzuzocken zunehmen). Die Englischkenntnisse der Menschen abseits der Städte sind so rudimentär, dass es nur für ein “No” ausreicht, egal ob das “Nein” nun bedeutet: “Sorry, Cola ist aus”, “Sorry, hier darfst du nicht parken, weil du sonst abgeschleppt wirst” oder auch “Sorry, ich spreche kein Englisch!”. Das Grinsen im Anschluss ist dann eher ein Verlegenheitslächeln und kein “Du kannst mich mal” 🙂

Jaaa, das habe ich einige Male in den falschen Hals bekommen. Nun muss man aber auch sagen, dass wir neuerdings wirklich wie die Schießhunde aufpassen müssen, dass uns die Einheimischen nicht über’s Ohr hauen. Denn die Maschen nehmen deutlich zu, je mehr man sich in Touristengebieten aufhält. Und Hue, Hoi An und Phu Quoc sind wirklich hochtouristisch… es ist so langsam etwas ermüdend, immer um Preis verhandeln zu müssen, um nicht das Vierfache wie eigentlich üblich zu bezahlen, alle 10 Sekunden einen Verkäufer abwimmeln zu müssen und immer das Navi im Handy anzuschalten, um zu prüfen ob der Taxifahrer den richtigen Weg fährt. Ich muss irgendwie immer daran denken, was passieren würde, wenn man in Deutschland zum Beispiel einem Australier das Doppelte berechnen würde, weil der ja besser verdient… das würde in allen Zeitungen stehen, oder? Hier wird das Spiel aber bis auf’s Bitterste betrieben und das sehr viel offensiver als z.B. in Thailand oder Indonesien. Mag vielleicht wirklich damit zusammenhängen, dass Vietnam in sehr kurzer Zeit einen so gewaltigen Aufschwung erlebt hat, dass die Menschen hier einfach nicht nachkommen. Vor noch 10 Jahren hat sich kein Schwein für eine vietnamesische Insel namens Phu Quoc oder eine kleine Stadt namens Hoi An interessiert und auf einmal fallen Pauschaltouristen ein die erwarten, dass jeder Englisch kann und die offensichtlich genug Geld haben, um auch den vierfachen Preis noch in Ordnung zu finden. Es ist ein zweischneidiges Schwert und wir hoffen, dass Vietnam das geschaukelt bekommt. Den ehrlichen und netten Menschen zuliebe, von denen es hier sicherlich mehr gibt, als diejenigen die uns nur als Geldsäcke sehen.

Egal… Hauptsache Strand
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