Über die Alpen nach Kyoto

Über die Alpen nach Kyoto

Wenn ich jetzt schreibe, dass wir die japanischen Alpen überquert haben, dann klingt das krasser als es eigentlich war 🙂 In Wahrheit kann man sich mit nahtlos verknüpften Verkehrsmitteln einfach drüberkutschieren lassen. Ein Gerücht besagt zwar, die Japaner wandern gerne, aber so ganz glauben können wir das nicht (bis auf eine Ausnahme: Diesen Typen den wir unterwegs getroffen haben, der gerade von Tokyo nach Kyoto läuft). Auf jeden Fall starteten wir unsere Alpenüberquerung um 4 Uhr morgens in Toyama, wo wir erst mal mit dem Zug zu einem Cable Car fuhren, welches uns in höhere Gefilde brachte. Leider war es zu dieser Zeit noch so neblig, dass man noch überhaupt gar nichts sah. Siehe folgendes Bild, das einen der tiefsten Vulkankrater Japans zeigt.

Caldera viewpoint (im Nebel)

Gegen Mittag klärte die Sicht etwas auf und gerade zu dieser Zeit waren wir auf 2400 Meter in Murodo angekommen (fast auf dem Berg Tateyama). Das herbstliche Farbenspiel dort oben, vermischt mit der Kraterlandschaft der Vulkane und dampfend kochender natürlicher Quellen war tatsächlich atemberaubend. Auf Fotos ist das Ganze einfach nicht einzufangen.

Murodo, höchster Punkt der Alpine-Route

Auf dem Weg nach unten kommt man dann noch am höchsten Staudamm Japans vorbei, dem Kurobe Damm. Auch hier erwartete uns eine bunte Landschaft die uns erneut die Sprache verschlug. Und nicht nur die Landschaft, sondern auch der Blick vom Damm 186 Meter abwärts. Die Landschaft Japans ist teilweise wirklich wie gemalt und von kitschiger, unnatürlicher Schönheit.

Kurobe Damm
10 Kubikmeter Wasser pro Sekunde

Geplättet kamen wir am Abend in unserer Unterkunft in Omachi an, wo wir nach einem schönen Wiener Schnitzel dann auch recht schnell auf der Tatamimatte lagen. Die Japaner können Schnitzel tatsächlich richtig gut und es ist hier eine Delikatesse, die mit einer süßen Soße und allerlei Beilagen serviert wird, sehr lecker! Schnitzel mit Stäbchen essen ist allerdings nicht jedermanns Sache.

Am nächsten Tag ging es dann auch recht bald wieder weiter nach Kyoto, der Kulturhauptstadt Japans. Jede Menge wunderbare Tempel, Zen-Gärten wie im Märchen (ich habe schon von kitschiger, unnatürlicher Schönheit geschrieben?) und der berühmte Bambuswald erwarteten uns dort. Zufälligerweise landeten wir hier auch in einer tollen Karaoke Bar im dritten Stock eines (sehr) schmalen Hauses, versteckt in einer Seitengasse. Gerade mal 20 Mann hatten in dem kleinen Raum Platz und die Stimmung war schon am kochen als wir ankamen 🙂 Dort sollte der Abend dann auch etwas länger werden…

Bamboo forest
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